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Wer ein richtiger Narr sein will, der muss auch die typischen Speisen zur Fastnacht probieren. Die Fastnachtsküchle kenne ich bereits: süß, fetttriefend, lecker. Zuckerschock garantiert. Und über die erste Begegnung mit Mehlsuppe hat mein Kollege Roland Gerard vom Hochrhein vor ein paar Tagen schon berichtet.
Also gehen wir Kutteln essen. In meinem Freundeskreis hat mein Entschluss, Tiermagen zu verzehren, nicht für große Unterstützung gesorgt. „Widerlich“ war noch einer der weniger schlimmen Ausdrücke. „Ich esse ja fast alles, aber das ist grenzwertig“, machte mir jemand Mut. Eine eklige gummiartige Konsistenz hätten diese Dinger – und Noppen an der Oberfläche. Prima. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.
Ich werde unsicher – aber letztendlich finde ich mich doch mit ein paar anderen magenerprobten Fastnachtern im Konstanzer Wendelgard wieder. Kutteln für alle, natürlich. Nur der Fischkopf aus dem Norden traut sich nicht und bestellt Linsen mit Spätzle. Laaaangweilig, lästern wir alle… aber vielleicht doch die bessere Entscheidung, denke ich, als die Teller kommen. Besonders attraktiv sehen die Stückchen, die in einer Brühe schwimmen, tatsächlich nicht aus. Und Noppen haben sie auch an der Oberfläche. Ich schwanke. Dann führe ich todesmutig den ersten Löffel zum Mund.
Was ich schmecke, haut mich um. Vieles habe ich erwartet – aber nicht, dass es tatsächlich so lecker ist! Säuerlich, aber richtig schmackhaft. Ein bisschen gummiartig sind die Stückchen wirklich, aber das stört den Gesamteindruck nicht. Sellerie, Salz, Paprika, Tomatenmark, Essig, Weißwein und noch einiges andere sei in der Soße, erzählt mir die freundliche Wirtin. Und dass ihr Mann zwar koche, sie aber probieren müsse, weil er selbst Kutteln nicht möge. Ich bin beeindruckt vor so viel Einsatz.
Ob aus mir noch ein richtiger Narr wird, weiß ich nicht. Aber von mir aus kann Fastnacht wieder kommen – solange sie mit Kutteln kommt.
