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	<title>Fastnachtsmuffel</title>
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	<description>suedblog.de - F&#252;r alle die was zu sagen haben...</description>
	<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 07:07:57 +0000</pubDate>
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		<title>Abschied am Aschermittwoch</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 07:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Articles]]></category>

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		<description><![CDATA[
Das war’s also. Ende. Aus. Aschermittwoch und alles vorbei. Die entmachteten Bürgermeister sitzen wieder auf ihren Stühlen und müssen sich mit Haushaltskrisen auseinandersetzen. Die befreiten Schüler kehren – ohne alkoholgefüllte Hohes-C-Flaschen – zurück zu den Lehrern, denen sie die Meinung gegeigt haben. Kunibert, der Arme, wurde in den See zurückgetrieben – bei diesen Minusgraden sicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/files/2010/02/_mg_00961-300x201.jpg" alt="_mg_00961" width="300" height="201" class="aligncenter size-medium wp-image-116" /></p>
<p>Das war’s also. Ende. Aus. Aschermittwoch und alles vorbei. Die entmachteten Bürgermeister sitzen wieder auf ihren Stühlen und müssen sich mit Haushaltskrisen auseinandersetzen. Die befreiten Schüler kehren – ohne alkoholgefüllte Hohes-C-Flaschen – zurück zu den Lehrern, denen sie die Meinung gegeigt haben. Kunibert, der Arme, wurde in den See zurückgetrieben – bei diesen Minusgraden sicher nicht angenehm. Und auch die Narren haben das Häs wieder in den Schrank gehängt. Ein paar Augenringe sind das Einzige, was von der Fastnacht 2010 noch übrigbleibt. </p>
<p>Ein letztes Mal gingen die Narren gestern auf die Straße, um mit Heulen und Wehklagen die Fastnacht zu verbrennen. Traurig, aber schön - vor allem am Münster, als die Hexen im Feuer tanzten und mit „Carmina Burana“ auch einmal andere Töne als schräge Guggenmusik erklangen.</p>
<p>Und auch dem Fastnachtsmuffel war’s tatsächlich ein bisschen weh ums Herz, als die Narren ihre Masken abnahmen und heulend durch die Straßen liefen. Denn so schlecht sind die närrischen Tage nicht, wenn man eine Gießkanne auf dem Kopf hat und mittendrin statt nur dabei ist. </p>
<p>Durchgehalten habe ich zwar nur eine Halbzeit – fünf Tage feiern am Stück ist auch außerhalb der Fastnacht einfach zu viel. Und über Kälte, Müll und betrunkene Jugend werde ich sicher auch im nächsten Jahr wieder muffeln. </p>
<p>Aber es hat Spaß gemacht, Teil einer sehr verrückt gewordenen Stadt zu sein, sich die Mütze von hinterhältigen Hexen klauen zu lassen und einen Blick auf die Wurzeln dieser Zeit zu erhaschen. Im nächsten Jahr werde ich es vielleicht sogar mit einem ganzen Kostüm probieren… </p>
<p>Ein immerhin halb bekehrter Fastnachtsmuffel verabschiedet sich also wieder in die Alltagswelt. Ho Narro -  und: „&#8217;S goht degege!“</p>
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		<title>Fastnacht und Fußball</title>
		<link>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/fastnacht-und-fusball/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 09:11:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Articles]]></category>

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Arbeiten an Fastnacht ist nicht gut, um den Muffel auszutreiben. Im Sekundentakt trudeln Bilder aus dem gesamten Verbreitungsgebiet in die Online-Redaktion ein, die ins Netz gestellt werden müssen: Bunte Abende, Zunftbälle, Umzüge, Umzüge, Umzüge. Wer meint, dass die vielen Bilder nicht interessieren, täuscht sich gewaltig: In der fünften Jahreszeit haben wir so viele Zugriffe auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/files/2010/02/17418259-300x223.jpg" alt="17418259" width="300" height="223" class="aligncenter size-medium wp-image-98" /></p>
<p>Arbeiten an Fastnacht ist nicht gut, um den Muffel auszutreiben. Im Sekundentakt trudeln Bilder aus dem gesamten Verbreitungsgebiet in die Online-Redaktion ein, die ins Netz gestellt werden müssen: Bunte Abende, Zunftbälle, Umzüge, Umzüge, Umzüge. Wer meint, dass die vielen Bilder nicht interessieren, täuscht sich gewaltig: In der fünften Jahreszeit haben wir so viele Zugriffe auf suedkurier.de wie das ganze Jahr über nicht.</p>
<p>Allerdings ist der Gedanke an Fastnacht nach einem achtstündigen Bilderhochlade-Marathon nicht mehr so lustig. Also suche ich am Samstag nach einer fastnachtsfreien Zone. Fußball schauen scheint mir eine sichere Angelegenheit zu sein; schließlich sind wir hier ja nicht in Mainz oder Köln, wo die Fans auch gerne verkleidet ins Stadion kommen. </p>
<p>Zur Bundesliga-Konferenz ist die Kneipe auch entsprechend kostümfrei. Dumm nur, dass beim VfB-Spiel in der 65. Minute <a href="http://www.suedkurier.de/4166284"> ein Holländer auf den Platz kommt und Stuttgart in die Niederlage schießt</a>. Das bessert die Laune nicht unbedingt. </p>
<p>Auch die erste Hälfte des Abendspiels verläuft noch recht un-närrisch. Dann geht im Sekundentakt die Türe auf, und neue Kostümierte laufen ein. Die Musik wird laut gestellt – der Ton am Fernseher auch. Aus den Lautsprechern brüllt es „Wir fahren in die Berge und der ganze Bus muss Pippi“; aus dem Fernseher brüllt es: „Die Holländer schlagen ein in der Bundesliga“, weil Arjen Robben ein Tor für Bayern geschossen hat. </p>
<p>Ich will weder das eine noch das andere hören. Also gehe ich nach Hause – fastnachts- und fußballmuffelig. Fürs nächste Jahr brauche ich einen besseren Plan.</p>
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		<title>Bunt, laut und lustig</title>
		<link>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/bunt-laut-und-lustig/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 10:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Articles]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein erster Konstanzer Umzug – und nach der Premiere muss ich zugeben: Ja, als Fastnachtsmuffel habe ich bislang etwas verpasst. Es ist bunt, es ist laut, es ist lustig. 70 angemeldete Zünfte und  über 20 Gruppen, die viel Fantasie beweisen: Ein riesiger Grill mit Fischstäbchen wird vorbeigezogen. Die Alet Allensbach winken von einem überdimensionalen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein erster Konstanzer Umzug – und nach der Premiere muss ich zugeben: Ja, als Fastnachtsmuffel habe ich bislang etwas verpasst. Es ist bunt, es ist laut, es ist lustig. 70 angemeldete Zünfte und  über 20 Gruppen, die viel Fantasie beweisen: Ein riesiger Grill mit Fischstäbchen wird vorbeigezogen. Die Alet Allensbach winken von einem überdimensionalen Schiff und werfen Bonbons in die Menge. Teufel spielen Guggenmusik.</p>
<p>In der ersten Reihe sollte man allerdings nur stehen, wenn man nichts dagegen hat, mit Konfetti überschüttet zu werden oder die Haare verwurstelt zu bekommen. Glück gehabt, denke ich von meinem vermeintlich sicheren Platz weiter hinten – bis die erste Hexe sich von hinten anschleicht und meine Mütze klaut. Aber auch die sitzt nach ein wenig Verhandlung wieder auf meinem Kopf.</p>
<p>Politisch-aktuell wird’s bei einer Gruppe, die das Hick-Hack ums Kongresshaus tauziehend darstellen. Und auch die Steuersünder-CD taucht bei einer Gruppe aus Kreuzlingen auf. Ansonsten hat der Konstanzer Umzug wenig Anklänge an die politische Verballhornung beim Kölner Rosenmontagsumzug, den ich einmal gesehen habe. Die Kölner werfen auch großzügiger Süßigkeiten in die Menge – in Konstanz ist man sparsamer. Oder schlägt schon die Wirtschaftskrise zu Buche? Aber da mich Köln damals mit den tausenden Menschen, die sich um Schokoladentafeln und Bonbontüten prügelten, eher an eine Volksfütterung erinnert hat, gefällt mir das Low-Budget-Konzept hier wesentlich besser. </p>
<p>Besonders beeindrucken mich die vielen schönen – oder auch schaurigen – Häs. Da spazieren merkwürdige Vögel durch die Gegend; Hexen, die viel Radau machen und den Zug aufmischen; gruselige Wölfe mit rot-grünen Augen. Und sehr beliebt, nicht nur bei Kindern: Die Kamelmasken der „Kamelia Paradies“. Nur kalt wird’s irgendwann – trotz Skiunterwäsche und dicker Socken. Aber da muss man als Fastnachtsmuffel, der bekehrt werden will, wohl durch… </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Von Zünften und Fastnachtsvereinen</title>
		<link>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/von-zunften-und-fastnachtsvereinen/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 09:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Articles]]></category>

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Bevor es auf den großen Umzug in Konstanz geht, will ich mich mit dem Herzstück der Fastnacht vertraut machen: Den Zünften und Fastnachtsvereinen. Schnell stelle ich fest, dass dieses Kapitel wohl eines der komplexesten in der Welt der Fastnacht ist. Allein für Konstanz listet  unser Zunftlexikon auf suedkurier.de  über 40 Fastnachtszünfte auf.  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/files/2010/02/bild-032-300x200.jpg" alt="bild-032" width="300" height="200" class="aligncenter size-medium wp-image-62" /></p>
<p>Bevor es auf den großen Umzug in Konstanz geht, will ich mich mit dem Herzstück der Fastnacht vertraut machen: Den Zünften und Fastnachtsvereinen. Schnell stelle ich fest, dass dieses Kapitel wohl eines der komplexesten in der Welt der Fastnacht ist. Allein für Konstanz listet <a href="http://www.suedkurier.de/news/dossiers/fastnacht/zunftlexikon/" target="_blank"> unser Zunftlexikon auf suedkurier.de </a> über 40 Fastnachtszünfte auf.  Für Uneingeweihte definitiv zu viel.</p>
<p>Zum Glück kennen sich auch alteingesessene Konstanzer nicht unbedingt in der Zunftlandschaft aus. Es kommen ja auch immer wieder neue Gruppen dazu, berichten mir Freunde. So wie die <a href="http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Zuzuegler-mischen-Narrenwelt-auf;art372448,4152378" target="_blank">„Hineingeschmeckten“, eine Gruppe Konstanzer Neubürger</a>, die mit ihrem Häs ihren jeweiligen Herkunftsort vertreten wollen: Ein Dresdner Stollen ist dabei, ein Berliner Bär oder belgische Pralinen. </p>
<p>Nicht jeder findet das lustig. Der „laufenden Neugründung von Zünften steht die Schwarzwälder Narrenvereinigung e.V. sehr skeptisch gegenüber“, schreibt mir Gerd Kaltenbach, der Präsident der Schwarzwälder Narrenvereinigung, auf meine Anfrage.  Denn: Neugründungen seien meist lose Zusammenschlüsse – und eher der Spaßgesellschaft entsprungen als dem Wunsch, Brauchtum zu pflegen.</p>
<p>Will man als neue Zunft in eine große Narrenvereinigung aufgenommen werden, muss man deshalb auch ein hartes Casting durchlaufen. Rainer Hespeler, Präsident der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, erklärt mir in einem Telefongespräch: Eine Zunft muss mindestens zehn Jahre bestehen, um aufgenommen werden zu können. Außerdem muss sie mindestens 70 aktive Mitglieder haben – oder, für kleine Ortschaften, 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen. </p>
<p>Hat die Zunft zehn Jahre lang bewiesen, dass sie „die Fastnacht in der Gemeinde prägend gestaltet“, kann ein Antrag auf Aufnahme gestellt werden. Aber auch dann fungiert die Zunft erst fünf Jahre als „Gastzunft“ und zwei Jahre in der Anwärterschaft, bevor sie als Vollmitglied aufgenommen wird.</p>
<p>Auch die Schwarzwälder Narrenvereinigung hat strikte Regelungen für eine Neuaufnahme. „Geister werden laut Satzung generell keine aufgenommen“, erklärt mir Gerd Kaltenbach und erläutert zum Verfahren: „Zur Aufnahme muss über einen sogenannten Geddy (Vollmitgliedszunft  innerhalb der SNV) ein Antrag auf Aufnahme gestellt werden. Nach Prüfung durch den Brauchtumsausschuss und anschließend durch das Präsidium wird die neue Zunft in einer Vollversammlung allen 50 Zünften vorgestellt. Diese stimmen dann am Herbstkonvent über eine Aufnahme als Anwärterzunft ab.“</p>
<p>Das klingt ganz schön kompliziert. Wer wirklich Interesse an einer Zunftmitgliedschaft hat, sollte sich, so rät auch Kaltenbach, wohl besser einer bestehenden Zunft anschließen – die freuen sich über jeden Neuzugang.</p>
<p>Ich freue mich jetzt erst einmal auf den großen Umzug – und auf einen Einblick in die Welt der Maskengruppen.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>Kutteln forever!</title>
		<link>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/kutteln-forever/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 08:20:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Articles]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wer ein richtiger Narr sein will, der muss auch die typischen Speisen zur Fastnacht probieren. Die Fastnachtsküchle kenne ich bereits: süß, fetttriefend, lecker. Zuckerschock garantiert. Und über die erste Begegnung mit Mehlsuppe hat mein Kollege Roland Gerard vom Hochrhein  vor ein paar Tagen schon berichtet. 
Also gehen wir Kutteln essen. In meinem Freundeskreis hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/files/2010/02/bild-010-300x200.jpg" alt="bild-010" width="300" height="200" class="aligncenter size-medium wp-image-63" /></p>
<p>Wer ein richtiger Narr sein will, der muss auch die typischen Speisen zur Fastnacht probieren. Die Fastnachtsküchle kenne ich bereits: süß, fetttriefend, lecker. Zuckerschock garantiert. Und über die erste Begegnung mit Mehlsuppe hat mein Kollege Roland Gerard vom Hochrhein <a href="http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/waldshut-tiengen/Naerrische-Nahrung;art372623,4157184" target="_blank"> vor ein paar Tagen schon berichtet. </a></p>
<p>Also gehen wir Kutteln essen. In meinem Freundeskreis hat mein Entschluss, Tiermagen zu verzehren, nicht für große Unterstützung gesorgt. „Widerlich“ war noch einer der weniger schlimmen Ausdrücke. „Ich esse ja fast alles, aber das ist grenzwertig“, machte mir jemand Mut. Eine eklige gummiartige Konsistenz hätten diese Dinger – und Noppen an der Oberfläche. Prima. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.</p>
<p>Ich werde unsicher – aber letztendlich finde ich mich doch mit ein paar anderen magenerprobten Fastnachtern im Konstanzer Wendelgard wieder. Kutteln für alle, natürlich. Nur der Fischkopf aus dem Norden traut sich nicht und bestellt Linsen mit Spätzle. Laaaangweilig, lästern wir alle… aber vielleicht doch die bessere Entscheidung, denke ich, als die Teller kommen. Besonders attraktiv sehen die Stückchen, die in einer Brühe schwimmen, tatsächlich nicht aus. Und Noppen haben sie auch an der Oberfläche. Ich schwanke. Dann führe ich todesmutig den ersten Löffel zum Mund.</p>
<p>Was ich schmecke, haut mich um. Vieles habe ich erwartet – aber nicht, dass es tatsächlich so lecker ist! Säuerlich, aber richtig schmackhaft. Ein bisschen gummiartig sind die Stückchen  wirklich, aber das stört den Gesamteindruck nicht. Sellerie, Salz, Paprika, Tomatenmark, Essig, Weißwein und noch einiges andere sei in der Soße, erzählt mir die freundliche Wirtin. Und dass ihr Mann zwar koche, sie aber probieren müsse, weil er selbst Kutteln nicht möge. Ich bin beeindruckt vor so viel Einsatz.</p>
<p>Ob aus mir noch ein richtiger Narr wird, weiß ich nicht. Aber von mir aus kann Fastnacht wieder kommen – solange sie mit Kutteln kommt.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>Fastnacht im Sommer!</title>
		<link>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/fastnacht-im-sommer/</link>
		<comments>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/fastnacht-im-sommer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 11:01:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Articles]]></category>

		<category><![CDATA[Fasnacht]]></category>

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		<description><![CDATA[
Es ist soweit: Der „Schmotzige“, DAS Erlebnis der Konstanzer Fasnacht, steht an. Leider tobt draußen ein Schneesturm - muffelig zu Hause zu bleiben hat gewisse Vorteile.  Gegen Mittag raffe ich mich trotzdem auf, setze meine Gießkanne auf und wandere Richtung Stadt.
Für jemanden, der die fünfte Jahreszeit nur aus Erzählungen kennt, ist es so, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/files/2010/02/uli.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-60" src="http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/files/2010/02/uli.jpg" alt="uli" width="560" height="373" /></a></p>
<p>Es ist soweit: Der „Schmotzige“, DAS Erlebnis der Konstanzer Fasnacht, steht an. Leider tobt draußen ein Schneesturm - muffelig zu Hause zu bleiben hat gewisse Vorteile.  Gegen Mittag raffe ich mich trotzdem auf, setze meine Gießkanne auf und wandere Richtung Stadt.</p>
<p>Für jemanden, der die fünfte Jahreszeit nur aus Erzählungen kennt, ist es so, als wäre die Welt leicht verrückt geworden. Das Rathaus ist gestürmt, die Narren haben das Regime übernommen. Befreite Schüler laufen durch die Gassen; einige von ihnen sehen so aus, als würden sie es nicht bis zum Abend schaffen. Zwei ungefähr zehnjährige Mädchen torkeln vorbei, eine Flasche Hohes C in der Hand, die vermutlich nicht nur Vitamine enthält.</p>
<p>Vieles andere ist sehr lustig. Die Kostüme, zum Beispiel: Weihnachtsbäume, Fußbälle, Stadtaffen. Mein Favorit: eine Truppe Jamaica-Bobfahrer, passend zu den Olympischen Winterspielen.</p>
<p>Ich bin froh, dass ich meine Gießkanne aufhabe – unverkleidet fällt man heute auf. Außerdem wärmt sie, was bei diesem Schneesturm nur von Vorteil sein kann. Meine Hände und Füße sind längst taub. Warum muss Fastnacht eigentlich im Winter stattfinden? Im Sommer ließe es sich doch viel entspannter auf den Straßen feiern. Die besseren Kostüme gäbe es ohnehin. Und danach könnte man fasten –um pünktlich zum Sommerurlaub mit der Traum-Figur am Strand zu liegen.</p>
<p>Ein Schwenk zum Jakobiner-Tribunal, wo gerade über das Schicksal von Graf und Gräfin Bernadotte verhandelt wird. Es ist voll – aber weitaus weniger los als in den letzten Jahren, erklärt man mir. Muss an dem Schnee liegen, der unvermindert weiter fällt. Petrus scheint kein Fastnachts-Fan zu sein.</p>
<p>Abends dann, nachdem die Schüler beim traditionellen Hemdglonker den Lehrern die Meinung gegeigt haben und mit ihren Hohen C-Flaschen in der Menge verschwunden sind, gibt es für die Narren kein Halten mehr. Bei Temperaturen von gefühlten minus zwanzig Grad muss man zur Guggenmusik hüpfen, um sich warm zu halten.</p>
<p>Das alles macht Spaß und ist sehr anstrengend. Draußen ist es zu kalt, drinnen zu voll. Schön ist es, in Kneipen zu gehen, wo sonst keine sind, und mit Leuten zu feiern, die man das ganze Jahr über nicht sieht. Wie viele davon sich wohl beschweren, dass bei Rock am See die Musik zu laut ist? Konstanz ist tatsächlich eine verkehrte Welt zur Fastnacht.</p>
<p>Das Fastnachtsmuffel-Fazit: Lustig war‘s.  Aber zwei Verbesserungsvorschläge hätte ich trotzdem:<br />
1.	Fastnacht sollte auf den Sommer verlegt werden. Begründungen siehe oben.<br />
2.	Noch besser: Die Fastnachtstage sollten auf das ganze Jahr über verteilt werden. Alle zwei bis drei Monate ein Fest dieser Art – und Konstanz würde als feierfreudige, aber entspannte Stadt in die Annalen eingehen.</p>
<p>Ich werde mich erkundigen, wo man die entsprechende Petition einreichen kann. Jetzt brauche ich erst einmal noch ein Aspirin.</p>
<p>P.S. Lieb gewonnene Gießkanne verloren gegangen! Grün, mit Henkel und Sonnenblume. Zuletzt gesichtet: Konstanz, irgendwo zwischen Niederburg und Altstadt. Um Hinweise wird gebeten.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>Die K-Frage</title>
		<link>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/die-k-frage/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 07:45:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Articles]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ich brauche dringend ein Kostüm. Die heiße Phase der Fastnacht ist längst angelaufen. Aber was soll es sein? Das letzte Mal wurde ich Indianerin. Das war nett, ist aber auch über zwei Jahrzehnte her. Ob das noch den Verkleidungs-Anforderungen von heute entspricht?
Ein Blick ins Internet, auf der Suche nach den aktuellen Kostümtrends. Tatsache, Cowboy und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-38" src="http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/files/2010/02/fastnacht_kuh1-300x200.jpg" alt="fastnacht_kuh1" width="300" height="200" /></p>
<p>Ich brauche dringend ein Kostüm. Die heiße Phase der Fastnacht ist längst angelaufen. Aber was soll es sein? Das letzte Mal wurde ich Indianerin. Das war nett, ist aber auch über zwei Jahrzehnte her. Ob das noch den Verkleidungs-Anforderungen von heute entspricht?</p>
<p>Ein Blick ins Internet, auf der Suche nach den aktuellen Kostümtrends. Tatsache, Cowboy und Indianer sind nach wie vor aktuell – bei den Kleinen. Größere Narren stehen inzwischen auf Horst Schlämmer oder Vampire. Das Hippie-Zeitalter hat in der fünften Jahreszeit nie aufgehört, und Elvis und Michael Jackson leben auch wieder.</p>
<p>Will man die politische Nuance, liegen Masken von Angela Merkel und Barack Obama in diesem Jahr im Trend. Aber ich will weder permanent auf letzte Umfragewerte angesprochen werden noch den Friedensnobelpreis rechtfertigen müssen. Politiker sein ist anstrengend – selbst an Fastnacht.</p>
<p><a href="http://www.suedkurier.de/4148768" target="_blank">In Waldshut </a> kann man sich sein Kostüm sogar maßgeschneidert anfertigen lassen. Hier sind unter anderem James Camerons „Navis“ angesagt. Die blauen Winnetou-Avatare haben mir im Film gut gefallen – aber dafür bin ich wohl schon zu spät dran: Drei Wochen Fertigungszeit muss man einplanen.</p>
<p>Also ziehen wir los in den Fastnachtsladen in der Konstanzer Niederburg, wo sich neulich bereits meine Kollegen von <a href="http://www.suedkurier.de/videos_neu/?bcpid=6716748001&amp;bclid=28549531001&amp;bctid=61728934001"> suedkurier.tv </a>umgeschaut haben.<br />
3500 Fastnachtsartikel finden sich in den zwei Räumen – und während meine Freundin wild anprobiert, wird mir leicht schwindelig angesichts der unbegrenzten Möglichkeiten. Piratenbraut. Seemann. Neandertaler. Hexe. Rotkäppchen. Wikinger. Ein Kostüm-Paradies. Ich bin völlig überfordert. Die Piratenbraut vielleicht?  Nein, viel zu leicht für die Straßenfastnacht, klärt meine Freundin mich auf, während sie den Seemann leicht bedauernd aus dem gleichen Grund zurücklegt. Kostümkauf ist komplizierter als gedacht.</p>
<p>Biene. Igel. Marienkäfer. Schwein: Tierkostüme scheinen im Trend und sind sehr lustig. Leider auch nicht billig: Für einen kompletten Schweineanzug zahlt man 60 Euro. Ich finde eine halbe Kuh, die mir gefällt und auch warm genug ist. Im Spiegel blickt mir etwas Merkwürdiges mit meinem Gesicht entgegen.  Nach zwanzigjähriger Fastnachtsmuffel-Existenz muss ich mich an meinen Anblick im Kostüm erst wieder gewöhnen.</p>
<p>Ganz billig ist auch die halbe Kuh nicht. Während ich noch überlege, dass sie dafür haltbar ist und ich mir die Kostüm-Frage nie wieder stellen müsste, streitet sich neben mir ein älteres Ehepaar. Sie weiß nicht so recht, ob sie die Biene nehmen soll. Er: „Du kannst aber auch nicht mit dem alten Sch… vom letzten Jahr rumlaufen“. Auf Wiederverwertbarkeit scheint meine Kuh also doch nicht angelegt zu sein.</p>
<p>Letztendlich kaufe ich mir eine Gießkanne als Hut und belasse es für dieses Jahr dabei. Für einen ersten Schritt in Richtung Mäschgerle muss das reichen. Als Fastnachtsmuffel muss man das mit dem Verkleiden eben langsam üben.<br />
<img class="alignnone size-medium wp-image-33" src="http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/files/2010/02/fastnacht_kanne-300x200.jpg" alt="fastnacht_kanne" width="300" height="200" /></p>
]]></content:encoded>
			</item>
		<item>
		<title>Die Fastnachts-Fettnäpfchen</title>
		<link>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/die-fastnachts-fettnapfchen/</link>
		<comments>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/die-fastnachts-fettnapfchen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 07:32:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Articles]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Fastnacht ist es so wie mit dem Auslandsurlaub: Bevor man hinfährt, sollte man sich über die Sitten und Gebräuche der Fremde informieren. Schließlich will man ja nicht als dummer Tourist auffallen und von einem Fettnäpfchen ins nächste wandern.
Ein Fastnachts-Reiseführer für Uneingeweihte wäre prima. Aber das scheint es seltsamerweise nur für Karnevalstouristen zu geben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Fastnacht ist es so wie mit dem Auslandsurlaub: Bevor man hinfährt, sollte man sich über die Sitten und Gebräuche der Fremde informieren. Schließlich will man ja nicht als dummer Tourist auffallen und von einem Fettnäpfchen ins nächste wandern.</p>
<p>Ein Fastnachts-Reiseführer für Uneingeweihte wäre prima. Aber das scheint es seltsamerweise nur für Karnevalstouristen zu geben. Im Internet finde ich den <a href="http://www.amazon.de/Karnevalsknigge-Feiern-wie-echten-K%C3%B6lschen/dp/3462028626" target="_blank"> „Kölner Karnevalsknigge“</a>,  der verspricht: „Dank dieses praktischen Ratgebers werden Immis (zu deutsch: Zugereiste) nie mehr kostbare Feierminuten durch orientierungsloses Herumirren verlieren oder falschen Versprechungen Glauben schenken.“ Eine der <a href="http://www.radiokoeln.de/koeln/rk/69240/service" target="_blank"> „11 goldenen Regeln“</a> lautet offenbar: „In Köln heißt es Alaaf und nicht Helau. Wer meint, Helau sei witzig, dem sei angeraten: Einfach mal die Schnauze halten!“ Ups. Auch in der Karnevalshochburg scheinen Fettnäpfchen zu stehen.</p>
<p>In Südbaden sollte man wohl auf beide Grüße verzichten. „Ho Narro“, erklären mir Einheimische, ist für Konstanz praktikabel, im Schwarzwald heißt es allerdings schon wieder „Narri-Narro“. Weitere Begrüßungen variieren vermutlich von Ortschaft zu Ortschaft bzw. von Zunft zu Zunft. Das alles ist ganz schön kompliziert für zugezogene Fastnachtsmuffel. Zum Glück gibt es Wikipedia. Wer an Fastnacht viel reist und sich seiner jeweiligen Umgebung anpassen will, kann sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Narrenruf" target="_blank"> hier einen Überblick über einige Narrenrufe verschaffen. </a></p>
<p>Dass man als Fastnachtsmuffel ohne Vorkenntnisse unzählige Faux-Pas begehen kann, habe ich bereits bemerkt, als ich zum ersten Mal in Konstanz unbedarft das Wort „Fasching“ verwendet habe. Vermeiden sollte man tunlichst auch den Begriff „Karneval“ - ein Fehler, den die Zugezogenen nördlich des Mains gerne machen. Nein, es heißt hier Fasnacht oder Fastnacht – wobei um das „t“ ein Glaubenskrieg tobt. </p>
<p>Für Fastnachtsmuffel mag es dasselbe sein, ob man die mit oder ohne t-Variante wählt oder ganz auf „Fasnet“ umsteigt. Gegenüber Narren sollte man das allerdings nur dann erwähnen, wenn man viel Zeit für lange Belehrungen hat. Denn obwohl das „t“, wie ich während dieser langen Belehrung erfahren habe, von den Nationalsozialisten gestrichen wurde, um die christlichen Wurzeln des Festes zu verwischen, beharrt die ohne-t-Fraktion nun mal auf der Tradition. Die Richtlinie des SÜDKURIER zur richtigen Schreibweise lautet folglich: Es gibt keine.  </p>
<p>Vermeiden sollte man es auch, am Schmotzigen Dunschdig, der mancherorts auch Schmotzger Donnschtig heißt, Krawatten abschneiden zu wollen. Hier läuft man am Donnerstag, wie auch immer man ihn nennt, nicht mit der Schere, sondern höchstens mit dem Nachthemd herum. </p>
<p>Die absolute Regel Nummer eins lautet allerdings: Spreche nie, niemals einen Narren auf seine „Verkleidung“ an. Ein Narr trägt sein Häs, nichts anderes. Will man richtig punkten, nennt man die „Maske“ auch „Larve“ – aber das ist, zumindest für Fastnachtsmuffel, wohl schon der Fortgeschrittenenkurs. </p>
<p>Einen Fastnachtsknigge habe ich immer noch nicht gefunden. Vielleicht gibt es in Südbaden weniger Fastnachtstouristen. Oder weniger Fettnäpfchen. Ich werde diejenigen zählen, in die ich hereintreten werde&#8230;</p>
<p>Gibt es weitere Ratschläge für Fastnachtsfremde? Was sollte man auf jeden Fall vermeiden? Was muss man wissen? Ich freue mich auf alle Tipps!</p>
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		<title>Englisch für Fastnachtsmuffel</title>
		<link>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/englisch-fur-fastnachtsmuffel/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 07:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Einer dpa-Studie zufolge ist jeder dritte Deutsche ein Fastnachtsmuffel. In Südbaden merkt man davon nichts. Hier als Nicht-Närrischer während der Fastnachtstage unterwegs zu sein erinnert mich immer an das Lied von Sting: „I’m an alien, I’m a legal alien“.
Zum Glück gibt es das Internet. Gibt man bei „Google“ das Wort „Fastnachtsmuffel“ ein, kommt man immerhin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer dpa-Studie zufolge ist jeder dritte Deutsche ein Fastnachtsmuffel. In Südbaden merkt man davon nichts. Hier als Nicht-Närrischer während der Fastnachtstage unterwegs zu sein erinnert mich immer an das Lied von Sting: „I’m an alien, I’m a legal alien“.</p>
<p>Zum Glück gibt es das Internet. Gibt man bei „Google“ das Wort „Fastnachtsmuffel“ ein, kommt man immerhin auf 1729 Zähler. „Faschingsmuffel“ schafft es gar auf über 59.000 Suchergebnisse.<br />
Das Netz brachte mich zu Selbsthilfegruppen-Communities, die ebenfalls Halt in einer ihnen fremd gewordenen Welt suchen: „Seid ihr auch Fastnachtsmuffel?“ „Wie haltet ihr euch über Wasser?“; „Hilfe, mein Partner will Fasching feiern“. Das gibt Trost in der virtuellen Gemeinschaft.</p>
<p>Und Menschen, die sich nicht sicher sind, ob sie gerne Fastnacht feiern oder nicht, können auch erst Mal <a href="http://www.glamour.de/glamour/7/5/content/03264/index.php" target="_blank"> den Psychotest „Sind Sie ein Jeck oder ein Fastnachtsmuffel?“</a> machen.</p>
<p>Besonders gefragt sind Tipps für Fastnachts-Eskapismus („Was kann man tun, um dem Wahnsinn zu entkommen“) – mit zum Teil überraschenden Antworten: „Wir flüchten auch vor dem Mainzer Trubel. Da hilft einzig und alleine Athen“, schreibt Ernst in <a href="http://www.wer-weiss-was.de/theme101/article548993.html" target="_blank"> www.wer-weiss-was.de</a>, äußert sich dann aber nicht dazu, warum es ausgerechnet Athen sein muss. Ein schlechter Tipp, im Übrigen: Auch in Athen wird Karneval gefeiert, nur nach dem orthodoxen Kalender – <a href="http://gogreece.about.com/od/carnivaltime/a/carnivaldates_2.htm" target="_blank"> der in diesem Jahr sogar zeitgleich auf die deutschen närrischen Tage fällt.</a></p>
<p>Mit Fastnachtsmuffeln lässt sich daneben auch viel Geld verdienen. So bleiben selbst in Karnevalshochburgen wie Köln am Rosenmontag nicht alle Geschäfte geschlossen – und die locken nach Angaben des Einzelhandels scharenweise Karnevalsresistente an.</p>
<p>Auch ansonsten gibt es einige findige Ideen, um die Muffel während der närrischen Tage zu beschäftigen. Eine Sprachschule in Gengenbach bot „Englischkurse für Fastnachtsmuffel“ an. Ob die Kursteilnehmer dort anti-fastnächtliche Parolen ins Englische übersetzen lernen?<br />
Die Volkshochschulen im Landkreis Unterallgäu locken mit <a href="http://www.vhs-ua.de/Kurse%20Details/fachbereich-FS4655a799c1b44/semester-01/autowert-01-72175" target="_blank"> „Töpfern von Gartenkeramik für alle Faschingsmuffel“</a>, wo man vielleicht seinen eigenen „Ich bin gegen Fastnacht“-Gartenzwerg gestalten kann. Auch interessant: das „Knüllerangebot“ des „Equitana Gewinnspiels“: Hier wird eine „Fastnachtsreiterwoche für Fastnachtsmuffel“ verlost.</p>
<p>Ich werde Fastnacht in diesem Jahr mitfeiern. Und falls das keine Läuterung bringt, kann ich im nächsten Jahr immer noch einen Englischkurs buchen. Oder nach Athen fahren.</p>
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		<title>Nie mehr allein</title>
		<link>http://fastnachtsmuffel.suedblog.de/articles/nie-mehr-allein/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 05:38:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fastnachtsmuffel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Articles]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Name ist Uli Stamm, und ich bin ein Fastnachtsmuffel. Dass das ein Problem ist, habe ich erst verstanden, als ich nach Konstanz gezogen bin. Im schwäbisch-protestantischen Grenzgebiet von Stuttgart, wo ich aufgewachsen bin, hatte Fastnacht etwas mit Kindern zu tun und hieß Fasching.
Mittlerweile habe ich begriffen, dass man das Wort „Fasching“ in Südbaden lieber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Name ist Uli Stamm, und ich bin ein Fastnachtsmuffel. Dass das ein Problem ist, habe ich erst verstanden, als ich nach Konstanz gezogen bin. Im schwäbisch-protestantischen Grenzgebiet von Stuttgart, wo ich aufgewachsen bin, hatte Fastnacht etwas mit Kindern zu tun und hieß Fasching.</p>
<p>Mittlerweile habe ich begriffen, dass man das Wort „Fasching“ in Südbaden lieber nicht verwenden sollte und dass es längst nicht nur darum geht, Kindern eine Freude zu machen. Den Rest habe ich nie verstanden: Massen an merkwürdig gekleideten Menschen, die komische Dinge rufen, mit Peitschen knallen, Rathäuser von Bürgermeistern befreien und eine normale Welt zum Erliegen bringen.</p>
<p>Dass man als Mitarbeiterin von suedkurier.de der fünften Jahreszeit nicht entkommen kann, ist das eine. Dass die Fastnacht aber auch massiv auf das Privatleben übergreift, ist noch unangenehmer. Denn der größte Nachteil eines Fastnachtsmuffel-Daseins ist, dass man sozial aufhört zu existieren.</p>
<p>Vor ein paar Tagen war ich beim wöchentlichen Treffen mit Freunden. Dass einige dabei waren, die man dort ansonsten nur selten sieht, hat mich am Anfang nicht gewundert.<br />
Misstrauisch wurde ich, als es um Kostüme ging. Und als die ersten Masken und Schnittmuster ausgepackt wurden, war es schon zu spät. Meine Freunde diskutierten, ob sie lieber Stadtaffen oder Glückskekse sein wollten. Ich saß am anderen Ende des Tisches und war sehr allein.</p>
<p>In diesem Jahr soll deshalb alles anders werden. Ich werde mir ein Kostüm kaufen. Ich werde mich mitten in den fastnächtlichen Trubel stürzen. Ich will nicht länger allein sein. Momentan schwanke ich noch zwischen Skepsis und Vorfreude. Es wird ein Experiment – Ausgang ungewiss.</p>
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